Badaccessoirs

Während Obama noch überlegt …
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… sind Andere schon weiter:

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Zum Lachen oder zum Weinen

Um dem soeben gelesenen Leserbrief aus der hiesigen Tageszeitung ein größeres Forum zu geben, hier für alle Netzleser ein Abzug:

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So, mehr Zeit ist nicht, ich muss jetzt rücksichtslos und selbstverliebt meine eigene Interessen umsetzen.

Was auf die Mütze

Wer im Winter nicht fürsorglich und warm gekleidet ist, der bekommt was auf die Mütze. So ist das bei uns. Da führt kein Weg dran vorbei.

Wenn Jack also bei Eiseskälte auf dem Eise des kleinen Baches flitzt, zusammen mit dem Kumpel, irgendwann nach Hause kommt und dann am nächsten Morgen seine Mütze nicht findet, mit Ersatzmütze in die Schule geht, bedröppelt wiederkommt und sagt, die gesuchte Mütze sei auf dem Eis festgefroren, gestern wohl – dann fragt man zuerst, wieso eine Mütze, die man auf dem Kopf haben sollte, denn nun festgefroren sei und bekommt keine richtig gute Antwort. Ja, das war wohl so, die ist mir am Ast hängengeblieben, und dann habe ich sie abgemacht und dann ist sie wohl rausgefallen. Irgendwann ist dann klar, dass die Mütze danach in die Tasche gesteckt worden war und nicht mehr den Kopf wärmte. Naja.
Nun muss diese Mütze wohl etwas nass und dann etwas kalt geworden sein. Eiseskalt. Immerhin, sagt Jack, hab ich sie an einer Ecke ein bisschen abgelöst. Ein bisschen. Im Großen und Ganzen aber ist sie festgefroren.

Konsequenz: Thermoskanne mit heißem Wasser fertig machen, Jack ins Auto, ab zum Bach, aufs Eis.
Und dann gibt’s was auf die Mütze.
Nur viel zu wenig. (Merke: Wenig heißes Wasser auf viel Eis gleich null Wirkung.)

Also weiter zum Kindergarten, Albert abholen, drei Thermoskannen ausleihen, heißes Wasser rein, zurück, alle aufs Eis, Thermoskannen auf und: Noch mehr auf die Mütze.
muetzeBei der zweiten Kanne deutet sich dann an, das es Chancen gibt, die Mütze mit nach Hause nehmen zu können.
Bei der dritten schließlich hat man das nasse heißkalte Ding in der Hand.

Dankbarer Blick von Jack.

Wohl!

Albert rebelliert. Gegen alles. Aus Prinzip.
Wohl!
Sein Lieblingswort im Moment.
Albert, bitte nicht die Kekse zerbröseln, sage ich.
Wohl! sagt Albert.
Albert, du kannst nicht ohne Jacke rausgehen, sage ich.
Wohl! sagt Albert.
In einem Tonfall, der signalisiert: Frag nicht weiter, sonst explodiere ich.

Ich frag nicht weiter.

Manchmal lässt sich der Spieß schnell noch umkehren:
Es dauert so lange, bis Mama kommt, sagt Albert.
Sie kommt bald, Albert, lange müssen wir nicht mehr warten, sage ich aufmunternd.
Wohl! sagt Albert.
Ich wechsle blitzschnell die Seiten:
Das dauert bestimmt noch lange, bis Mama kommt, sage ich, die kommt sicher gar nicht mehr.
Wohl! sagt Albert.
Aber du schaffst es nicht, so lange zu warten, sage ich.
Wohl! sagt Albert.
Nein, das dauert viel zu lang, sage ich.
Wohl! sagt Albert, schaffe ich doch.

Schafft er doch.

Nur gestern musste er einen halben Rückzieher machen. So ehrlich zu sich selbst war er ja dann doch.
Wieder rebellierte er gegen jeden und alles, aus Prinzip.
Ach, Albert, sage ich leicht resignierend, du willst auch immer dagegen sein. Wenn ich sagen würde, du darfst kein Bier trinken, du würdest auch dann noch widersprechen.
Ich wende mich ab, bei Albert herrscht einen Moment Stille.
Dann sagt er:
Eigentlich trinke ich gar kein Bier.

Nur ein Wunsch

Unter Null. Leichter Schneefall. Kalte, klare Tage hinter uns. Leicht verschneite vor uns. Kein Schmuddelwetter, nein, eindeutig Winter.

Albert sitzt am Frühstückstisch. Toast in der Hand, Schnute verschmiert, Blick in die Ferne.
Papa, sagt er. Papa, weißt du, was ich mir wünsche?
Nein, dass weiß ich natürlich nicht.
Wobei der Begriff Wunsch so kurz nach Weihnachten auf irgendeine Art die falschen Assoziationen weckt.
Weißt du, was ich mir wünsche?
Nein, sage ich, nein, das weiß ich nicht.
Aber er weiß es.
Dass … , und die Sprache wird es langsamer und formt Wort für Wort,
dass der Sommer ins Land zöge.

Dass der Sommer ins Land zöge.
Was für ein Satz.
Welche Wortwahl.
Und welcher Inhalt.
Wogende Kornfelder sehe ich. Abendsonne. Laue Winde. Abendspaziergang.

Und so wünsche ich Ihnen am Anfang des Jahres neben allem Besten auch dieses: Das der Sommer ins Land zöge.

Großer Kleiner

Sandmännchenzeit. Albert sitzt vor dem Fernseher und guckt. Das tut er gelegentlich, nicht jeden Tag. Aber immer wieder ist es aufregend, womit das Sandmännchen denn nun kommt, um seine mitgebrachte Geschichte zu zeigen.
Und diese Geschichte wird dann aufmerksam verfolgt.
Gut, es gibt Qualitätsunterschiede, das meine ich als Erwachsener zumindest, Albert ist das relativ gleich. Große Augen, fester Blick – er ist tief im Geschehen.
Nach der gezeigten Geschichte packt das Sandmännchen wieder alles ein, macht sich abfahrbereit.
Sand wird gestreut. Albert reibt sich die Augen.
Das Sandmännchen winkt. Albert winkt zurück.
Niedlich.

Und dann merkt man, dass Albert große Geschwister hat.
Peace! verkündet er lautstark und zeigt dem Sandmännchen mit den Fingern das Victory-Zeichen.
Und: Der Blick zu mir. Papa, ich hab ‘Peace!’ zu ihm gesagt!
Und ganz cool sitzt er da. Der große Kleine.

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Vitamin T

Ich bin nicht gerade ein Teetrinker.
Aber ich habe das Gefühl, ich soll auch keiner werden.
Zumindest scheint das die Teeindustrie zu meinen.

Ich bin ja der Meinung, dass, wenn nun mal aus diversen getrockneten Pflanzen Material entsteht und in eine Verpackung gehüllt wird, auf einer solchen Teepackung halt stehen sollte, aus welcher getrockneten Pflanze das Material denn nun ist.
Die Teeindustrie geht einen gänzlich anderen Weg.
Sie gibt mir Weisheiten mit auf den Weg. Lebensinhalte. Geisteshaltungen.

Ich stehe also vor dem Teeregal, um nach einem Rooibos-Tee zu gucken. Und werde überfallen von klugen Worten.
Tee als Vitamin für das Denken und das Sein.

Freu Dich
Bleib Jung
Einfach schön
Hol Dir Kraft
Atme Dich frei

Äh, ich such Rooibos-Tee, gibt’s den hier auch?

Momente des Glücks
Quelle der Entspannung
Innere Ruhe

Mir wird schon ganz schummerig.

Heiße Liebe
Pure Lust

Upps, wahrscheinlich rote Tees.

Gesunde Abwehr

Für Fußballer?

tee

Und schon fängt mein Kopf unwillkürlich an, die weisen Worte zu vervollständigen und auszubauen.

Freu Dich bloß nicht zu früh
Bleib, Junge
Einfach zu schön
Hol Dir’n Bier
Träum weiter

L . . . mich fällt mir dann auch noch ein.
Und dann geh ich erstmal nach Hause.
Und mach mir ‘nen dicken schwarzen Kaffee.

chillen 2.0

Wir sind auf Reisen gegangen, auf Reisen in die Weiten des Internets.
Wir haben die Mitte des Internets gefunden.
Wir haben das Ende des Internets gefunden.

Nun suchen wir Ruhe im Internet?

Vielleicht finden wir sie hier.

Treten Sie ein!

Wenn Sie gut bei Kräften sind, können Sie sofort eintreten.
(Sonst warten Sie bitte ein Weilchen.)

Mitleid

Ich höre den Nachrichtensprecher.
Er sagt: Wie ein Sprecher des Waisenhauses mitteilte …
Und sofort erwacht ein Gefühl von Mitleid in mir: Die armen Kleinen da, ganz verlassen und einsam, ohne Zuneigung und Wärme, was soll nur aus denen werden?
(So signalisiert es mir das Klischee.)

Als es dann beim Nachrichtensprecher im weiteren Text um die große Weltpolitik geht, um Truppenabzug, Militärbudget und Abwehrraketen, hab ich dann schnell meinen Verhörer herausgefunden.
Vom Weißen Haus war die Rede gewesen, nicht vom Waisenhaus.

Das Mitleidsgefühl verschwand erstaunlich schnell.

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