Fragen an Frau P.

Werte Frau P.,

ich erfuhr gerade von Ihrem Ansatz, die Ehe auf sieben Jahre zu begrenzen. Ein lobenswertes Unterfangen, ohne Zweifel.
Um mir ein genaueres Bild machen zu können, hätte ich da nur noch ein paar Fragen.

Erstens:
Gilt diese Regelung dann auch rückwirkend für bereits geschlossene Ehen?
Ist man eventuell schon gar nicht mehr verheiratet?
Wird zumindest eine Übergangsfrist gewahrt, in der man seine Ehe nachträglich aufrecht erhalten kann?
Gibt es vielleicht die Möglichkeit eines Abos?

Zweitens:
Sind eventuell aus der Ehe hervorgegangene Kinder nach sieben Jahren auch elternlos?
Dürfen sie sich neue Eltern suchen?
Dürfen die Eltern die Kinder ablehnen?

Drittens:
Könnte es – ähnlich wie im Fußballgeschäft – Ablösesummen, Ausstiegsklauseln, vorzeitige Vertragsverlängerungen zu besseren Konditionen u. ä. geben?
Muss man um seinen Stammplatz bangen?
Darf man bei besser dotierten Angeboten nur mit Zustimmung des derzeitigen Vertragspartners Verhandlungen aufnehmen oder auch ohne?
Sind Wechselfristen einzuhalten?
Ist innerhalb der EU ein Wechsel einfacher als außerhalb?
Und auch: Kann man mehrmals verlängern?
Oder folgt irgendwann so etwas wie Elfmeterschießen, um eine Entscheidung herbeizuführen?

Viertens:
Ist, wenn der staatliche Schutz von Ehe und Familie nach sieben Jahren erlischt, ein eventueller kirchlicher Segen ebenfalls betroffen?
Ändert sich also die bis-dass-der-Tod-euch-scheide-Formel in bis-mindestens-sieben-Jahre-vorbei-sind?
Müssen Extraanträge zur Segensverlängerung gestellt werden?

Fünftens:
Müssen es wirklich sieben Jahre sein?
Kann die Dauer nicht grundsätzlich flexibel sein?
Welche Mindestdauer sollte denn vorliegen?
Mehr als zehn Minuten?

Sechstens:
Gibt es dann Eheringe mit Mindesthaltbarkeitsdatum?

So viele Fragen, Frau P. Ungeduldig harre ich Ihrer Antworten. Ich bin froh, dass sich endlich jemand für die Freiheit der Ehepartner einsetzt. Ach ja, wenn Sie mir antworten, könnten Sie mir vielleicht gerade nochmal den Artikel des Grundgesetzes nennen, in dem der Zwang zur Ehe verankert ist, er ist mir gerade entfallen.

Mit freundlichen Grüßen
Yulius

6 Antworten zu “Fragen an Frau P.”


  1. 1 stilke September 20, 2007 um 3:30

    :lol: genial! die vorstellung von ablösesummen und die verhandlungen dazu stell ich mir besonders cool vor. ehe mit verfallsdatum:
    jeder bekommt ein tatoo mit der aufschrift: “mindestens haltbar bis…”

  2. 2 Ami September 23, 2007 um 10:44

    besonders schön finde ich punkt zwei. gut, dass wir noch nicht so lange verheiratet sind, ansonsten würden wir phasenweise die dritte frage in anspruch nehmen:)

  3. 3 Frau Antonmann September 24, 2007 um 7:11

    Ich glaube, Frau Ami, mit der Frage mit den Kindern, da haben Sie schlechte Karten, die haben Sie auf Lebzeiten an der Backe.

    (Wenn man die Kinder allerdings immer nach sieben Jahren an andere Eltern weitergeben könnte, dann würde ich sie von 0 bis 7 und Sie sie von 14 bis 21 Jahre nehmen. Und für die Mitte müssten wir uns noch jemanden suchen.)

  4. 4 wortteufel September 25, 2007 um 9:02

    Ich würd mich da schon melden. Von 7 bis 14 find ich super. Da können sie allein auf Toilette gehen und sind noch nicht in der heftigen Phase der Pubertät. Man kann sie abends mit dem Babysitter allein lassen (danach sogar mal ohne…) und trotzdem relativ früh ins Bett schicken, um noch seine Ruhe zu haben.

    Man muss nicht schlaflos im Bett rumliegen, weil sie noch nicht von der Party zurück sind (und man ja doch nicht so weiß, ob sie nicht vielleicht doch was getrunken haben… oder gekifft!) und kann so Sprüche loslassen, wie “Wenn die Laternen angehen, kommst Du nach Hause.”

    Schöne Zeit.

  5. 5 Frau Antonmann September 25, 2007 um 1:21

    Prima, dann reichen wir die Kinder von Norden nach Süden durch.

    (Haha, noch nicht heftig in der Pubertät. Die fangen heute früher an als wir damals. ;))

  6. 6 Ami September 25, 2007 um 8:23

    mann-das ist aber mal ein guter deal! und 14-21 – dufte. meine lieblingsjahre. und ja frau wortteufel: auch sie würden bei den 7-14 jährigen auch schon manchmal die frage nach dem trinken und kiffen stellen müssen. biographische beschleunigung nennt man das :)


Einen Kommentar schreiben




a