Die Dritten sind doch irgenwie anders als die beiden Ersten.
Beim Sport beispielsweise, da streiten sich im Finale noch zwei um den ersten Platz und sind eventuell mehr enttäuscht über einen zweiten Platz, wenn sie das letzte Spiel verlieren, während die Dritten schon im Halbfinale an ihre Grenzen gekommen sind und nun vielleicht zufrieden Dritter sind, da sie als letztes einen Sieg einfahren konnten.
Oder beim Fernsehen: Da ist zwar das Erste nicht automatisch das Erste, aber das Zweite versucht doch ständig, seinen Zweiter-Komplex abzulegen und mit dem Ersten gleichzuziehen, in jeglicher Hinsicht. Die Dritten hingegen können völlig anders agieren, und nicht zuletzt deswegen sind sie in der Ausprägung wesentlich verschiedener, so verschieden, dass ich mich bei dem einem Dritten schon mal frage, wie es so fremd und bei dem einem anderen, wie es immer wieder so gut sein kann.
Oder bei den Zähnen: Die Ersten und Zweiten produziert der Körper, mit allen dazugehörigen Aspekten wie Schmerzen, Wackeln, Putzen, Löcher, Bohren etc. Die Dritten aber werden extern hergestellt und nachts in ein Glas getan. Verschiedener geht’s nicht.
Und bei den Kindern?
Das Dritte läuft so mit, wird gern immer mal behauptet.
Nein und ja, denke ich: Nein, es braucht natürlich immer noch mehr Fürsorge als die beiden Ersten; Vieles, was sie bereits können, ist dem Dritten noch nicht zuzutrauen.
Und: Ja, denn einen Teil der Erziehung übernehmen die Geschwister. Ob man will oder nicht.
Hatte man einst noch ein relativ ruhiges Mahl zu dritt, also Lula plus Eltern, ist inzwischen das gemeinsame Essen ein Familientreffpunkt, der ganz von selbst in irgendeine Richtung laufen kann. Vielleicht heizen Jack und Lula Albert so richtig an, bis die Stimmung überspannt wird, oder sie piesacken sich gegenseitig, während keiner auf Albert achtet, der inzwischen sein Brot zwischen den Fingern zu kleinen Kugeln formt, die doch irgendwie in die Milchflasche zu kriegen sein müssen, oder er selbst pocht vehement auf seinen Willen, der ihm allerdings selbst nicht ganz klar ist, während Jack die Nutella-Schicht auf seinem Toast etwa auf das Verhältnis 1:1 zur Toastdicke zu bringen versucht. (Es gelingt beinahe.)
Beim Ersten wär das nicht passiert.
Der Effekt ist, dass erstens Albert selbst sein Toast schmieren will (was ja durchaus gut ist) und zweitens die Honigmenge ebenfalls selbst bestimmt werden will (was ja durchaus nicht gut ist). Sowieso bekommt man oft ein Jack hat aber auch oder Lula hat aber auch zu hören. Es gibt für ihn halt mehrere Vorbilder in der Familie, ganz nach Geschmack.
Und was ebenfalls nicht ausbleibt, sind die kulturelle und die sprachliche Prägung. Wenn vor dem Restaurantbesuch die Kinder aufgefordert werden, für die Wartezeit zwischendrin etwas zu Lesen mitzunehmen, dann schnappt sich Lula den neuesten Potter, den sie gerade verschlingt, und Jack einen anderen Potter-Band, wo er gerade voll drinsteckt, woraufhin Albert ein Pixibuch in den Flur legt und sagt, er nähme auch ein Happy Potter mit. (Manchmal klingt es auch nach Heavy Potter.) Er kennt zudem diverse Zaubersprüche, eine Reihe von Personen und gibt sich als großer Kenner.
Sprachlich mag es alles noch ein bisschen hängen, aber um Kumpels (unfreiwillig) zu beeindrucken, reicht es allemal: Es gab gestern zumindest irritierte Blicke des Spielkameraden, der doch ein gutes Stück älter ist, aber eben nicht Dritter, als Albert beim Spielen mit Autos von coolen Hotwheels sprach, die ein Zosch ineinander machten, der ganz geil war.
Und wenn ihm irgendetwas, was auch immer es sein mag, runterfällt oder misslingt, hört man ein o sseiße. Da Lula das in dem Alter nicht so selbstverständlich von den Lippen ging, behaupte ich, dass wir Erwachsenen diesen und ähnliche Begriffe durchaus mit gewissem Bedacht verwenden.
Wir dürfen jetzt dafür sorgen, dem kleinen Mann ein Gefühl für Zeitpunkt und Ort zu vermitteln, wo solche Wörter zu benutzen sind, damit nicht sämtliche Blicke erst zu ihm und dann zu den Eltern wandern.
Wie im Restaurant beispielsweise.
Wenn Jack seinen Ärmel in den Teller hängen lässt.
Und Lula sagt: Iiih!
Und Jack sagt: Upps!
Und Albert sagt: O sseiße.
Die Dritten halt.
Die sind irgendwie anders.
Wir waren nur zu zweit. Aber die Sprüche gab es genau so…
Wir waren auch nur zu zweit, aber meine kleine Schwester geht sicher auch noch zusätzlich als Dritte durch…
und ich werde hier bei allem entzücken kein drittes haben:)
(Warum passiert hier eigentlich nichts mehr?)
Geduld, Geduld! möchte ich allen zurufen…
Es sind ausgesprochen volle Wochen, aber bald passiert hier wieder was!
Danke der Nachfrage!
Volle Wochen? Weniger trinken.
(oder mehr?)
Mehr geht nich … (hicks)
Na, das werden ja Einträge… Bin gespannt ;)
Der nächste Beitrag wird tatsächlich lauten:
Vom Rauchen und vom Trinken
Beides Themen, die mir ja vollkommen fremd sind 8)