Wade mal.

Nicht zu glauben.
Da kommt die Nachricht, dass der Michael etwas an der Wade hat. Heute. Am Samstag. Wo er mit den Anderen nach Wien fährt. In normalen Klamotten, wie ich vermute.
Aber die Bildagenturen zeigen einen leidenden Michael im Trikot. Sich die Wade haltend. Mit schmerzverzerrtem Gesicht. Gerade gefoult worden. Verschwitzt. Und im Trikot.
Gibt’s dazu irgendeinen Bezug? Ist er eben gerade gefoult worden? Liegt’s überhaupt an einem Foul?

Aber sachlich zu berichten, dass der Mannschaftskapitän Michael B. aus D. gerade muskuläre Probleme hat, eventuell garniert mit einem Porträtfoto nach Paninisammelbilderart, kommt offensichtlich nicht in Frage. Nein, die Masse will durch Bilder mitleiden. Angst bekommen, Sorge haben, Emotionen spüren.
Und diese Bilder werden sich festsetzen. Der Michael ist quasi im Dienst für unser Land körperlich versehrt worden, und nun sehen wir ihn immerzu auf dem wichtigsten Grün des Lebens, von Gram gebeugt. Dass er vielleicht gelassen in der Hotellobby sitzt und einfach abwartet, ist unmöglich.

Die Macht der Bilder.

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