Nur ein Wunsch

Unter Null. Leichter Schneefall. Kalte, klare Tage hinter uns. Leicht verschneite vor uns. Kein Schmuddelwetter, nein, eindeutig Winter.

Albert sitzt am Frühstückstisch. Toast in der Hand, Schnute verschmiert, Blick in die Ferne.
Papa, sagt er. Papa, weißt du, was ich mir wünsche?
Nein, dass weiß ich natürlich nicht.
Wobei der Begriff Wunsch so kurz nach Weihnachten auf irgendeine Art die falschen Assoziationen weckt.
Weißt du, was ich mir wünsche?
Nein, sage ich, nein, das weiß ich nicht.
Aber er weiß es.
Dass … , und die Sprache wird es langsamer und formt Wort für Wort,
dass der Sommer ins Land zöge.

Dass der Sommer ins Land zöge.
Was für ein Satz.
Welche Wortwahl.
Und welcher Inhalt.
Wogende Kornfelder sehe ich. Abendsonne. Laue Winde. Abendspaziergang.

Und so wünsche ich Ihnen am Anfang des Jahres neben allem Besten auch dieses: Das der Sommer ins Land zöge.

2 Antworten zu „Nur ein Wunsch“


  1. 1 Moritz Mama Januar 3, 2009 um 11:52

    Oh das hat ja schon fast was philosophisches – bei den Temperaturen wünschte ich mir auch, dass der Sommer ins Land zöge.

    Moritz erzählt mir jeden Tag „Jetzt wird es Frühling“.

    Ich glaube inzwischen haben auch die Kinder die Schnauze voll vom Winter… ich auch!! Wohl!!!! ;-)

  2. 2 jette Januar 6, 2009 um 12:47

    Mein Gott, Albert, schön gesagt!

    Alles Gute und Sommer auch Ihnen.


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