Albert rebelliert. Gegen alles. Aus Prinzip.
Wohl!
Sein Lieblingswort im Moment.
Albert, bitte nicht die Kekse zerbröseln, sage ich.
Wohl! sagt Albert.
Albert, du kannst nicht ohne Jacke rausgehen, sage ich.
Wohl! sagt Albert.
In einem Tonfall, der signalisiert: Frag nicht weiter, sonst explodiere ich.
Ich frag nicht weiter.
Manchmal lässt sich der Spieß schnell noch umkehren:
Es dauert so lange, bis Mama kommt, sagt Albert.
Sie kommt bald, Albert, lange müssen wir nicht mehr warten, sage ich aufmunternd.
Wohl! sagt Albert.
Ich wechsle blitzschnell die Seiten:
Das dauert bestimmt noch lange, bis Mama kommt, sage ich, die kommt sicher gar nicht mehr.
Wohl! sagt Albert.
Aber du schaffst es nicht, so lange zu warten, sage ich.
Wohl! sagt Albert.
Nein, das dauert viel zu lang, sage ich.
Wohl! sagt Albert, schaffe ich doch.
Schafft er doch.
Nur gestern musste er einen halben Rückzieher machen. So ehrlich zu sich selbst war er ja dann doch.
Wieder rebellierte er gegen jeden und alles, aus Prinzip.
Ach, Albert, sage ich leicht resignierend, du willst auch immer dagegen sein. Wenn ich sagen würde, du darfst kein Bier trinken, du würdest auch dann noch widersprechen.
Ich wende mich ab, bei Albert herrscht einen Moment Stille.
Dann sagt er:
Eigentlich trinke ich gar kein Bier.
ich fall vom stuhl! ben hier auch. „wohl!“ und ich finde das eine sehr literarische version von „doch!“
großartig, ihr albert.
(das mit dem „dass der sommer ins land zöge“ ist auch ziemlich beeindruckend. ich hab das ben mal erzählt heute und der antwortete nur: „zöööööge? wasn das?“ soweit mein sohn…..)