Archiv der Kategorie '.Sport'

Finale

Wir kennen das: Ein lokaler Sportverein bemüht sich um Publikum, indem er Plakate mit der Spielansetzung druckt und von kleineren Geschäften in der Fußgängerzone der Kleinstadt an die Ladentür hängen lässt. Vorrundenspiel Kreispokal Staffel II, mag dann da stehen, SSV - 2.FC, und dann noch Sonntag, 15 Uhr, Freigelände Kampfsportbahn West oder so.

Da will man dann eigentlich nicht hin. Die ortsansässige Tretertruppe anderthalb Stunden gegen die Nasen drei Dörfer weiter, 8 Euro Eintritt, Nieselregen, 62 Zuschauer, davon 60 totale Experten, Aufstützen auf die Laufbahnumrandung, Wind ist kalt, Elfer nach 20 Minuten, einziges Tor, Leerlauf, Schlusspfiff.
Spitze.

Dass es auch anders geht, hat mir jetzt ein Bekleidungsgeschäft gezeigt. Finale kündigte es groß an. Ein Blickfang. Finale klingt schon mal ganz gut, besser als Vorrundenspiel oder so.

Was für ein Finale? Reduktionen. Reduktwas? Hab ich was verpasst? Läuft bei den Reduktionen schon das Finale? Wann waren die Habfinals, wann die Gruppenspiele? Wer ist schon ausgeschieden? War es knapp?
Und: Wer steht nun im Finale?
Außerdem: Wann findet es statt?
Und: Was wird da eigentlich gespielt?

Finale Reduktionen finden Sie im Laden, lese ich jetzt ganz. Ah, also rein ins Geschäft. Wo sind die Monitore, die kleinen Sitzecken mit gutem Blick, gerne auch die Espressomaschine für’s kleine Tässchen nebenbei?

Denkste.

Nix Sportsbar mit roten Ledersesseln, Snacks und zahlreichen Bildschirmen. Nur Preissenkungen gibt’s hier. Auf Bekleidung. Zur Lagerräumung. Für die neue Saison.

Leute, wenn ihr Eure Klamotten billiger verkaufen wollt, dann sagt es doch einfach. Oder schreibt es richtig. So dass es der Kunde auch versteht. Garantiert die gehobene Sprache den richtigen Kundenkreis? Wer’s nicht versteht, bleibt draußen, der ist zu doof für Euch, oder was? Klingt Preissenkung nicht gut genug? Oder Rabatt zu sehr nach Discounter? Muss auch die Herabsetzung des pro Ware zu zahlenden Geldbetrages noch einen stilgerechten Namen bekommen?

Finale Reduktion. Oh Mann. Früher hieß das Sommerschlussverkauf.

finale-reduktionen.jpg

Alexander hat genascht.

pict0003c.jpgAch, irgendwie hat man sie doch gern, die kleinen Racker. Obwohl man eigentlich ein bisschen böse mit ihnen sein müsste. Der Alexander beispielsweise - jetzt hat er doch wieder genascht. Wo ihm doch alle immer gesagt haben, dass es jetzt aber wirklich reiche.

Gut, alle Racker naschen gerne, das kennt man ja. Und alle Racker beteuern auch, damit aufzuhören. Und dennoch weiß man irgendwie, dass sie sie heimlich was in die Taschen gesteckt haben. Oder zwischendurch versuchen, an den Schrank mit dem Naschzeugs zu kommen.

Was haben wir nicht schon alles geredet! Lasst das, das ist nix für euch.
Und: Euer Körper verträgt das gar nicht gut.
Und: Ihr kriegt noch ganz dicke Beine und so davon und verderbt euch den Magen.

Aber so sind sie halt: Haben das große Wort, wenn es darum geht, Versprechungen zu machen.
Gucken einen mit treuen Augen an, wenn man ihnen erklärt, dass zuviel Süßes gar nicht gesund ist.
Und werden ein bisschen kleinlaut, wenn es rauskommt, dass sie doch genascht haben.

Naja, so kennen wir sie. Die Süßen.
Eigentlich sind sie doch ganz niedlich.
Nur glauben darf man ihnen halt nicht alles.

Mit Timo lernen

fahrrad.jpgDer Timo ist noch gar nicht so furchtbar alt. Der Timo ist ja durchaus noch lernfähig.
Timo ist der Sohn von der Frau Kom. Die Tilly war früher bei der Post, damals, als Telefone noch grau oder grün waren, verknotete Spiralkabel hatten und, so weit ich weiß, irgendwie Hamburg oder Essen oder Berlin Komfort hießen. Später hat Tilly Kom sich selbstständig gemacht, nur mit ihren Telefonen. Ein Herr Krug machte dann Aktienwerbung für sie, wofür er sich heute noch schämt. Und im Laufe der Zeit bekam Frau Kom Nachwuchs, den Timo, der sich vor allem für Handys interessierte. Seinen Vater kennt Timo gar nicht, er trägt nur dessen Nachnamen, Beil.

Der Timo ist immer ganz schön trendy. Auf der Handywelle schwimmt er ganz vorne mit. Und um für seine schönen Handys zu werben, hat der Timo sich überlegt, die Beliebtheit anderer Menschen für sich zu nutzen. Heutzutage heißt das nicht einfach Ausnutzen, sondern Sponsoring. Und weil der Timo so viel Geld hatte, durfte eine ganze Radfahrergruppe für seine Handys fahren. Alle hatten die Lieblingsfarbe vom Timo an, so eine Art rosa. Timo sagt dazu magenta, dass klingt irgendwie eher nach einer tollen spanischen Insel oder so. Aber eigentlich ist es ein nur ein peekiges Leuchte-rosa, das man schon von Weitem sieht.

Jetzt haben Timos Radfahrer viele tolle Rennen gewonnen, in den letzten Jahren, und Timo war dadurch bestimmt ganz beliebt. Prima, hat der Timo sich gedacht, nun weiß jeder, dass man mit meinen Handys ganz doll erfolgreich sein kann. Und immer sah man rosa Radfahrgewinner vom Timo im Fernsehen jubeln.

Nur jetzt, jetzt ist dem Timo etwas auf das Magenta geschlagen: Viele Radfahrer, die schon lange für Timo rosa fahren, waren eigentlich gar nicht so gut, haben sie gesagt. Gut, manche haben das bestimmt nur für Geld gesagt. Aber andere haben ganz viel geweint und gestanden, dass sie gar nicht so gut radfahren können ohne ein paar Schiebungen für den Körper. Da war der Timo schon etwas bestürzt. Denn wenn jetzt rosa Radfahrer im Fernsehen beim Weinen zu sehen sind, dann denken alle, dass Timos Handys auch zum Heulen sind.

Also hat er vor dem nächsten Radrennen mit allen rosa Radfahrern geredet. Ihr Radfahrer, hat der Timo gesagt, jetzt mal ganz in ehrlich: Ab jetzt fahrt ihr wirklich ohne innere Hilfe, okay? Sonst will das Fernsehen das auch nicht mehr zeigen. Also, jubelt wieder schön in rosa für mich, damit alle Leute meine Handys mögen! Das mit dem Fernsehen war zwar eine leere Drohung, weil es immer einen Sender gibt, der bereit ist, mit gespielter Dramatik und unechten Emotionen auf Zuschauerfang zu gehen. Aber das mit dem Anstrengen, dass meinte der Timo schon so.

Und nun hat ein rosa Radfahrer doch einen heimlichen Anschubser benutzt, um schnell ins Ziel zu kommen und schön zu jubeln. Allen Erklärungen vor dem Radfahrrennen zum Trotz. Wollte er gar nicht selber sagen, haben aber andere für ihn gemacht.

Und deswegen können wir doch jetzt eine Menge lernen.
Gut, wir haben schon vom Ivan lernen können, und vom Walter. Ob man da das Richtige lernt, weiß ich nicht so genau. Wir können doch eigentlich etwas anderes lernen:
Lernen, dass man mit Geld Vieles aufbauen und Vieles kaputtmachen kann. 
Lernen, dass Geld durchaus Druck ausüben kann, guten wie schlechten.
Lernen, dass man Siege, Sieger und Erfolge nicht kaufen kann.
Lernen, dass man keine vermeintlichen Helden braucht, mit denen man aufsteigt und fällt.
Lernen, dass man auch ohne die Tour auskommt.

Vielleicht lernt der Timo Beil das auch.

WK reloaded

Ich bin verletzt. Also, jetzt nicht in der Seele so, nein, ganz normal verletzt, physisch, körperlich beschädigt, angeschlagen, mitgenommen. Meine Oberlippe ist aufgeplatzt, hat mittlerweile zu Bluten aufgehört. Meine Unterlippe hat das mit dem Bluten mit sich selbst ausgemacht und sich auf das Mundinnere beschränkt, was meinem Aussehen durchaus zugute kommt. Meine linker Zeigefinger ist deutlich dicker als der rechte, sein Bewegungsgrad liegt bei schätzungsweise 60 Prozent. Der danebenliegende Mittelfinger, ebenfalls betroffen, kommt so auf 80 Prozent. Dazu kommen diverse blaue Flecken an den Beinen.

Und alles, weil ich Fußball gespielt habe. Mit Vätern. Vätern von fußball-spielenden Jungs. Oh Mann.

wk.jpgFrüher benutzte man das Kürzel WK 2 noch für den 2. Weltkrieg. Fragte man nach WK 2, bekam man alte Kriegs-geschichten zu hören. Fragt man heute danach, wird einem die komplette Inhaltsangabe von Die Wilden Kerle, Teil 2 erzählt. Diese wilden Fußballkerle prägen die Jungs und Mädchen schon in starkem Maße. Reihenweise werden WK-Shirts, WK-Mützen, WK-Socken und was weiß ich nicht alles getragen. Aber wenn ich bei Fußballspielen von Kindern dabei bin, habe ich manchmal den Verdacht, manche Eltern denken bei WK weiterhin an Krieg.

Jack spielt seit einigen Jahren im Fußballverein, mit Begeisterung. Die Truppe ist nett, die Jungs passen gut zueinander, haben Spaß. Für die Elternschaft trifft das ebenso zu. Und dennoch gibt es auch hier ein Phänomen, was in verschieden Gradstärken immer wieder zu beobachten ist, bei Liga- und Freundschaftsspielen wie bei Turnieren: Der Typus Vater eines Fußballkindes.

Schon beim allerersten Schnuppertraining, damals im Sommer, traf man auf diesen besonderen Typus. Es gab verschiedene Übungen, die man machen konnte, Schüsse aus der Entfernung, Weitschießen, Jonglierversuche. Bei einer Dribbelübung mussten einige Hütchen mit Ball umspielt werden, bevor man wieder zurücklaufen konnte. Während Jack herrlich kindlich den Ball immer sehr weit vorlegte, dann mehr laufen musste, um ihn wieder um das nächste Hütchen schießen zu können, und dadurch ordentlich Zeit verbrauchte, hockte ein anderer Vater neben seinem Schützling - ebenfalls ein fünfjähriger Knirps, der einfach Freude hatte, gegen Bälle zu treten - und erläuterte ihm genau, was das Kind vor ihm, Jack, alles falsch mache und wie er es richtig machen solle.

Auf die Idee wär ich gar nicht gekommen. Aber die Situation steht für mich sinnbildlich für den Typus Vater, der sein eigenes Fußballverständnis, seine Fußballerfahrung, seine Fußballweisheit zeigen, weitergeben, ausleben will. Projizieren will.

Wie oft stehen Väter bei Spielen ihrer Jungs am Spielfeldrand und rufen, zetern schimpfen, fordern, weisen an, granteln?! Mit einer zutiefst subjektiven Sicht werden Schiedsrichterentscheidungen kommentiert und bewertet, dass es einem manchmal peinlich ist. Gerne legt sich der Typus mit dem Schiedsrichter an, der dann die in der Juniorenklasse nicht so einfach wie in der Bundesliga durchzusetzende Platzsperre ausspricht und noch Beleidigungen zu hören bekommt. Gerne auch legen sich mal Eltern mit Eltern des Gegners an, hochgezogen am Spielverlauf, etwaigen Fehlentscheidungen, möglicher Härte, eventueller absichtlicher Handspiele, usw. usw. Peinlich.

Immerhin haben die nun genervten Väter ein Ventil zu Dampfablassen. Gern darf das Kind bei Nichterfolg, Nichterfüllen der Erwartung oder Ähnlichem mit unterschiedlichen Maßnahmen rechnen. Vorwürfe und Geschimpfe, Nicht-beachtung und mehr - keine Seltenheit. Nur weil der Typus sich selbst als Mittelpunkt sieht, nicht das Kind.

Ich sehe das völlig anders. Damit will ich nicht peacig-friedlich verkünden, die alleinige Anwesenheit eines Balles sollte uns doch schon glücklich machen, egal wer ihn träte, wohin er auch flöge. Nein, ein gewisser sportlicher Reiz, aus einer Mannschaftsleistung heraus, sollte durchaus dahinter stehen. Allerdings immer mit dem richtigen Maßstab. Den Spaß dabei behalten, das Kind ermuntern und loben, es aufbauen bei Rückschlägen, es ermutigen, sich mit ihm zu freuen, es zu trösten. Nicht immer weiterzuschimpfen, wenn es schon heult, reinzubrüllen, was das denn gerade gewesen sei, Haare raufend am Rand seinen Unmut zu äußern.

Klar ist nämlich: Die Jungs aus der anderen Mannschaft machen genau das Gleiche. Sie üben auch ein- oder zweimal in der Woche, um besser zu werden. Sie schießen genau so gerne Tore. Sie wollen auch Spaß haben. Sie brauchen auch einen Gegner zum Messen. Und irgendwie geht ein Spiel nunmal aus.

Eine Sichtweise, die ich einfach zu häufig vermisse.

Jacks Truppe ist dabei wirklich im grünen Bereich, einzelne rote Warnlichter gelegentlich eingeschlossen. Den totalen Misserfolg bei einem Turnier gestern - nach einem Turniersieg zwei Wochen zuvor - haben alle ganz gut weggesteckt, wenn es auch ein Prozess im Laufe des Tages ist, der von Spielleistung zu Spielleistung bewältigt werden muss. Dem Grillabend zum Saisonausklang stand nichts im Wege, die Laune hing nicht auf Halbmast.

Interessant war aber doch die irgendwann eingeleitete kleine Partie unter Vätern auf dem kleinen Bolzplatz. Bei allem Spaß und aller Leichtigkeit blitzte doch immer wieder Ehrgeiz auf, der aus Spaß durchaus Ernst machte. Sei es die halbe Sekunde im Zweikampf um den Ball, als mir eine energisch eingesetzte Hand die Ebenmäßigkeit der Lippe nahm, sei es die halbe Sekunde, als der zweieinhalb Meter vor dem Tor abgefeuerte Schuss genug Wucht hatte, mir zwei Finger so zu verstauchen, dass ich noch einige Tage etwas davon haben werde. Es war nicht böse gemeint gewesen, und ich bin weder pingelig noch weinerlich. Aber es war interessant, das zu beobachten.

Die Jungs standen derweil an der Seite.
Und brüllten wie die Stiere.

Jef lernt

pict0001b.jpg
Wir sind doch lernfähig!
Jef hat nämlich schon einiges vom Ivan gelernt.

Vom Walter lernen

pict0003b.jpgWir lernen immer noch. Ich dachte eigentlich fast, wir hätten vom Ivan alles gelernt, was man so braucht im Leben. Ist aber nicht so.

Der Walter bringt uns jetzt nämlich auch was bei. Der Walter hat früher vielen Leuten das Radfahren beige-bracht. Die konnten das nachher so gut, die waren immer schneller als die Anderen. Die haben dann immer so richtige Wettrennen gemacht.

Nun hat einer dieser Radler gesagt, dass er gedopt hat. Und da er wohl beim Ivan nicht richtig aufgepasst hat, hat er es auch nicht nur vorgehabt. Der ist also vor die Presse gegangen und hat gesagt: Ich war nicht ganz so gut im Radfahren, ich hab da so’n bisschen nachgeholfen, mit so einer Art biologischer Stützräder.

Und schon bald kam ein weiterer von Walters Radlern, und dem ist wohl auch geholfen worden damals. Und das werden wohl noch mehr.

Aber jetzt kommt Walter. Und vom Walter lernen wir jetzt: Unglück ist käuflich.

Denn das ist so, sagt der Walter: Dieser Radler, der sagt, er hätte diese Stützräder bekommen, der kann doch richtig gut fahren, von selbst; und er hat immer ganz ehrlich gewonnen; und er kann stolz und zufrieden sein mit seinem Leben. Nur dass jetzt irgendjemand gekommen ist und zu dem Radler gesagt hat: Du, ich gebe dir jetzt mal viel Geld hier, und dafür sagst du, dass du gar nicht gut radfahren kannst.

Auja, hat der dann gleich gesagt, prima, ich sage jetzt ganz laut, dass ich das gar nicht richtig kann, dass ich gelogen habe, dass ich alle nur getäuscht habe und dass ich gar nicht stolz auf meine Erfolge sein kann und zufrieden mit meinem Leben. Und ich ruiniere damit total mein Ansehen und werde meines Lebens nicht mehr froh, aber dafür habe ich ja viel Geld jetzt.

So hat der Walter das gesagt. Vom Walter lernen.

Und ich frage mich: Wer hat bloß dem Walter viel Geld gegeben, damit er sich selbst dieses Armutszeugnis ausstellt?

Vom Ivan lernen

pict0002c.jpg

Wir lernen. Ständig. Immer kommt Neues hinzu. Wenn wir denken, manche Vorgänge im Verhalten miteinander hätten wir bereits verinnerlicht, manche Umgangsweise mit bestimmten Sachverhalten gelernt, so kommen doch - oft unvermittelt - ganz neue Erkenntnisse hinzu. Wussten wir bisher, wie wir auf eine für uns eventuell problematische Frage reagieren (ich erinnere kurz: sachliche Auseinandersetzung, Abwägen der eigenen Position, womöglich der eigenen Fehler, eventuell Schuldeingeständnis mit einer Bitte um Entschuldigung), lernen wir doch plötzlich Möglichkeiten des Verhaltens kennen, die ganz neue Horizonte eröffnen. Das lernen wir vom Ivan. Diesem Radler.
Dem wird also eine für ihn problematische Frage gestellt. Und was tut er? Sensationell: Er erfindet die zweistufige Halbantwort mit rückgewandtem Umkehrschluss. Oder so. Zur Verdeutlichung: Sagen wir mal, eine umgeschmissene Vase liegt auf dem Boden. Und jetzt fragt man mich, ob ich das gewesen sei. Bisher hätte ich wohl gesagt, dass, nun ja, ich da vielleicht so in der Nähe gewesen sei, sie wohl auch berührt hätte, dass sie vielleicht dadurch zu Fall gekommen wäre, mir das aber leid täte, ich dafür gerne um Entschuldigung bäte.
Nun aber antworte ich mit Ivan: Ja, ich habe die Vase umgeschmissen, ich werde alles tun, um den Sachverhalt aufzuklären. Und etwas später dann: Nein, ich habe die Vase gar nicht umgeschmissen, ich habe nur vorgehabt, sie umzuschmeissen.
So lernt man vom Ivan.
Nein, kann Lula dann sagen, sie habe gar keine Fünf in Mathe geschrieben, sie habe nur vorgehabt, eine zu schreiben. Jack kann frei heraus verkünden, dass er den Elfmeter gar nicht versemmelt habe, er habe nur vorgehabt, ihn zu versemmeln. Albert wird tönen, er habe seinen Schuh unterwegs nicht verbaselt, er habe nur vorgehabt, ihn zu verbaseln. Und Knuti kann sagen, dass sie keine Beule ins Auto gefahren habe, sie habe nur vorgehabt, eine reinzufahren.
Vom Ivan lernen. Praktisch.

Und ich sage:
Ich habe ihm seine Ehrlichkeit in der Dopingfrage gar nicht geglaubt.
Ich habe es nur vorgehabt.