Es gibt Platten, da stimmt es einfach. Alles. Die Nachbarplatten von Engelberg, die davor und die danach, sind auch nicht schlecht. Aber bei weitem nicht so stimmig wie diese.

Ein hervorragender Gesamtsound der Band, ausgezeichnete Abmischung.
Manu Katche am Schlagzeug - sozusagen unschlagbar. Eine spätere Liveplatte Eichers beinhaltet auch Songs von Engelberg, am Schlagzeuger der Liveband merkt man die Klasse Katches.
Pino Palladino am Bass - anfangs hab ich mich gefragt, was ihn so von anderen Bassisten unterscheidet. Mittlerweile weiß ich es: Der Sound, die Wärme, das Feeling, die Figuren - alles passt, fließt.
Dazu andere akustische und elektrische Tasten- und Saiteninstrumente, inklusive Streicherensemble, im eher kammermusikalischen Rahmen.
Und Stephan Eicher selbst. Ich denke, er ist der Beweis für die Unsinnigkeit von Superpopstarwettbewerben. Er hat keine sonderlich schöne Stimme, im ästhetischen Sinn. Er kann Balladen nicht mit tenoraler Färbung aussingen, seine Töne tragen nicht weitausladend über Takte hinweg. Er wär chancenlos in diesen Pseudo-Schönsing-Shows. Aber der Ton hat Seele. Eicher erzählt, schleift an, rauchig, emotional, brüchig, manchmal abfallend, stets ausdrucksvoll. So, wie es sein muss.

Und das alles in durchweg interessanten Songs. Englisch, Deutsch, Französisch, Schwyzerdütsch färben die Grundstimmung. Engelbergs Kloster-kirchenorgel ist ebenso zu hören wie das traditionelle Hackbrett, Streicherzitate J. S. Bachs genauso wie das Bimmeln von Kuhglocken. Aber nur untergeordnet, nicht aufgesetzt.

Eine wunderbare Platte. Dabei: Nach ersten Hinweisen auf diese Platte und innerlich bereits vergebenen Vorschusslorbeeren war ich damals erst einmal enttäuscht - das sollte so toll sein?
Mittlerweile liebe ich diese Platte.

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